Gesundheit

Ist intermittierendes Fasten bei Frauen gefährlich?!

Publiziert am , von M.Sc. Oec. Troph. Madeleine Beer
2 min Lesezeit
Eine Uhr auf einem Teller, daneben Besteck.

Intermittierendes Fasten soll für Frauen gefährlich sein – immer wieder taucht im Internet die Behauptung auf, es könne den Hormonhaushalt von Frauen aus dem Gleichgewicht bringen. Doch wie viel Wissenschaft steckt wirklich dahinter? Im Folgenden schauen wir uns die verfügbaren Daten genauer an und trennen Fakten von Mythen.

Was wird unter „Intermittierendem Fasten“ verstanden?

Unter „Intermittierendes Fasten“ wird ein Ernährungsmuster verstanden, bei dem sich wiederholende Perioden des Fastens mit Perioden normalen Essens abwechseln. Es handelt sich hierbei um eine wiederholte, freiwillige Einschränkung der Energiezufuhr für begrenzte Zeiträume, die von normalen Essensphasen gefolgt werden.

Die wichtigsten Formen sind:

  • Alternate-Day-Fasting: Wechsel zwischen Fastentagen (keine bis stark eingeschränkte Kalorienzufuhr) und Tagen mit normaler Nahrungsaufnahme
  • 5:2-Diät: Zwei Fastentage pro Woche mit stark reduzierter Kalorienzufuhr, fünf Tage normale Nahrungsaufnahme
  • 16:8-Fasten: Die Mahlzeiten werden in einem Zeitfenster von acht Stunden aufgenommen; 16 Stunden wird gefastet

Beim „Intermittierenden Fasten“ wird die Frequenz und das Timing der Nahrungsaufnahme verändert, nicht zwingend jedoch die Gesamtkalorienmenge.

Kann Intermittierendes Fasten die Fruchtbarkeit von Frauen beeinflussen?

Studien zum Intermittierenden Fasten zeigen keine konsistenten negativen Effekte auf die reproduktive Gesundheit, den Menstruationszyklus oder die Fruchtbarkeit bei gesunden Frauen, sofern keine Unterernährung oder erheblicher Gewichtsverlust vorliegen. Die meisten klinischen Studien sind jedoch von kurzer Dauer (Wochen bis wenige Monate), wodurch belastbare Daten zu langfristigen Auswirkungen über mehrere Jahre fehlen.

Bei Frauen, die unter Adipositas oder PCOS leiden, kann das Intermittierende Fasten die Androgenmarker (z.B. Testosteron) senken und das SHBG (Sexualhormon-bindendes Globulin) erhöhen, was potentiell zu einer Verbesserung der Zyklusregulation und Fruchtbarkeit führen kann. Hinsichtlich Östrogen, Gonadotropine (FSH, LH) und Prolaktin wurden keine signifikanten Veränderungen beobachtet. Bei PCOS-Patientinnen verbesserte das Intermittierende Fasten zudem das metabolische und hormonelle Profil, ohne die AMH-Werte zu beeinflussen.

Fazit

Zusammenfassend gilt: Intermittierendes Fasten scheint bei gesunden, normalgewichtigen Frauen in moderaten Formen nicht mit relevanten Risiken für die reproduktive Gesundheit verbunden zu sein. Bei Frauen mit Adipositas oder PCOS kann es sogar hormonelle und metabolische Vorteile bieten.

Langzeitdaten zur Fruchtbarkeit und der Zyklusregulation sind jedoch begrenzt, weshalb die Durchführung von Intermittierendem Fasten individuell abgewogen werden sollte. Bei auftretenden Unregelmäßigkeiten im Zyklus während der Durchführung des Intermittierenden Fastens, sollte unverzüglich interveniert und unter anderem auf eine ausreichende Energieaufnahme über den Tag verteilt geachtet werden.

Quellen:

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Varady KA, Cienfuegos S, Ezpeleta M, Gabel K (2022): Clinical application of intermittent fasting for weight loss: progress and future directions. Nat Rev Endocrinol; 18(5):309-321

Sun ML, Yao W, Wang XY, Gao S, Varady KA, Forslund SK, Zhang M, Shi ZY, Cao F, Zou BJ, Sun MH, Liu KX, Bao Q, Xu J, Qin X, Xiao Q, Wu L, Zhao YH, Zhang DY, Wu QJ, Gong TT (2024): Intermittent fasting and health outcomes: an umbrella review of systematic reviews and meta-analyses of randomised controlled trials. EClinicalMedicine; 70:102519

Ranneh Y, Hamsho M, Shkorfu W, Terzi M, Fadel A (2025): Effect of Intermittent Fasting on Anthropometric Measurements, Metabolic Profile, and Hormones in Women with Polycystic Ovary Syndrome: A Systematic Review and Meta-Analysis. Nutrients; 17(15):2436

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Cienfuegos S, Corapi S, Gabel K, Ezpeleta M, Kalam F, Lin S, Pavlou V, Varady KA (2022): Effect of Intermittent Fasting on Reproductive Hormone Levels in Females and Males: A Review of Human Trials. Nutrients; 14(11):2343

 

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