Eisen – das Multitalent unter den Mineralstoffen
Eisen spielt eine entscheidende Aufgabe bei der Sauerstoffversorgung unserer Zellen und damit in der Energieproduktion. Das Spurenelement ist Bestandteil des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin, der in allen roten Blutkörperchen vorhanden ist. Dieser transportiert Sauerstoff von der Lunge zu den Organen.
Neben Hämoglobin ist Eisen auch Bestandteil von Myoglobin – einem Eiweiß, das unter anderem für die Speicherung und den Transport von Eisen innerhalb der Muskelzelle verantwortlich ist. Darüber hinaus ist Eisen zudem an Prozessen wie beispielsweise der Immunabwehr beteiligt.
Eisenmangel – allgegenwärtig?
Eisenmangel ist der häufigste Mikronährstoffmangel weltweit. In etwa 2 Milliarden Menschen leiden an Eisenmangel. Über 1,2 Milliarden Menschen leiden unter Eisenmangelanämie (Blutarmut), wobei hiervon besonders häufig Kinder unter fünf Jahren, Schwangere sowie Frauen im gebärfähigem Alter betroffen sind.
Mögliche Symptome bei Eisenmangel
Symptome eines Eisenmangels können sowohl mit als auch ohne Anämie (Blutarmut) auftreten. Zu den häufigsten Beschwerden zählen:
- Müdigkeit
- Konzentrationsstörungen und verminderte Leistungsfähigkeit
- Kopfschmerzen, Schwindel
- Blässe
- Haarausfall, brüchige Nägel, trockene Haut
Ursachen und Risikogruppen eines Eisenmangels
Die Ursachen unterscheiden sich je nach Risikogruppe und Region. Bei Kindern und Schwangeren führen ein erhöhter Bedarf und eine oft unzureichende Zufuhr zu Eisenmangel. In einkommensschwachen Ländern sind in der Regel Mangelernährung, eine geringe Eisenbioverfügbarkeit sowie chronische Blutverluste durch Parasiten die Hauptursachen. In Industrieländern sind vegetarische/vegane Ernährungsformen, Menstruationsblutungen, Malabsorptionen durch Erkrankungen wie Zöliakie oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, sowie die Einnahme von Medikamenten wie Protonenpumpeninhibitoren von Relevanz. Zu den Risikogruppen zählen darüber hinaus regelmäßige Blutspender, Leistungssportler und alte Menschen.
Diagnose und Behandlung eines Eisenmangels
Die Diagnose erfolgt primär über die Bestimmung von Serumferritin (Eisenspeicher) sowie Transferrinsättigung. Die Behandlung richtet sich nach Ursache und Schweregrad. Bei leichtem Mangel kann mit Hilfe einer eisenreichen Ernährung gegengesteuert werden. Die Standardtherapie für Eisenmangel sind zunächst Eisensupplemente bzw. Eisentabletten. Bei Intoleranzen, chronischen Erkrankungen, Malabsorptionen oder einem sehr großen Mangel kann Eisen intravenös verabreicht werden.
Fazit
Eisenmangel ist allgegenwärtig, weshalb insbesondere Risikogruppen regelmäßig ihre Eisenversorgung (Serumferritin + Transferrinsättigung) bestimmen lassen sollten, um bei Bedarf schnellstmöglich intervenieren zu können.
Quellen:
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