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Arginin bei Erektionsproblemen – Wie eine Aminosäure Männern helfen kann

Publiziert am , von Prof. Dr. Med. Pavel Dufek
2 min Lesezeit
Arginin bei Erektionsproblemen – Wie eine Aminosäure Männern helfen kann

Erektile Dysfunktion, das heißt die Unfähigkeit, eine Erektion zu bekommen oder aufrechtzuerhalten, kann nicht nur Männer im höheren Alter betreffen. Neben psychischen Ursachen wie Stress oder Angst spielen auch körperliche Faktoren eine Rolle. Wer nach einer natürlichen Unterstützung sucht, stößt häufig auf eine Aminosäure namens Arginin. Inwieweit diese Aminosäure dem Körper eines Mannes mit erektiler Dysfunktion helfen kann, erfährst du im Folgenden.

Was ist Arginin?

L-Arginin ist eine Aminosäure (kleinster Baustein eines Proteins). Der Körper kann sie zwar selbstständig herstellen, bestimmte Umstände wie beispielsweise Stress, Erkrankungen oder ein gewisses Alter können jedoch dazu führen, dass die Eigenproduktion nicht ausreicht.

Arginin spielt eine wichtige Rolle im Stickstoffmonoxid-Stoffwechsel. Stickstoffmonoxid ist ein Signalstoff, der unter anderem für die Erweiterung der Blutgefäße verantwortlich ist. Dies ist entscheidend für eine gute Durchblutung – auch im Penis.

Wie wirkt Arginin bei Erektionsproblemen?

Eine Erektion entsteht, wenn sich die Blutgefäße im Penis erweitern und Blut vermehrt einströmen kann. Arginin dient als Vorstufe von Stickstoffmonoxid. Stickstoffmonoxid sorgt für die Entspannung der glatten Muskulatur in den Gefäßen, was die Durchblutung fördert.

Studien zeigen eine deutliche Verbesserung der erektilen Funktion bei der Einnahme von Arginin im Vergleich zu einem Placebo. Die beste Wirksamkeit wird bei milden bis moderaten Fällen von erektiler Dysfunktion beobachtet. Bei schweren Erektionsproblemen ist der Effekt limitiert. Zudem ist die Effektstärke geringer als bei PDE5-Hemmern (Medikamente zur Behandlung von Erektionsstörungen). Arginin kann sich darüber hinaus positiv auf die Spermienqualität und das allgemeine kardiovaskuläre Risiko auswirken.

Wie hoch ist die empfohlene Tagesdosis?

Die empfohlene Tagesdosis von Arginin liegt für diese Indikation zwischen 1,5 g und 6 g pro Tag, wobei die meisten Studien mit 3-6 g pro Tag über einen Zeitraum von 4-12 Wochen durchgeführt wurden. Höhere Dosierungen (5-6 g am Tag) zeigen eine stärkere Wirkung, sind jedoch mit einer leicht erhöhten Rate an milden Nebenwirkungen, wie gastrointestinalen Beschwerden, assoziiert.

Arginin ist keine Wunderpille

Arginin wird nicht als „First-Line-Therapie“ empfohlen, kann aber bei Kontraindikationen oder Unverträglichkeit von PDE5-Hemmern individuell als Alternative erwogen werden. Bei schwerer erektiler Dysfunktion reicht Arginin allein oft nicht aus.

Fazit

Arginin kann eine interessante natürliche Ergänzung bei milden bis moderaten Erektionsproblemen darstellen. Wer Blutdruck Medikamente einnimmt, sollte eine Arginin-Supplementation im Voraus mit seinem behandelnden Arzt besprechen.

 

Quellen:

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