Ein aufgeblähter Bauch kann nicht nur unangenehm sein, sondern auch das Wohlbefinden und Selbstbewusstsein stark beeinträchtigen. Viele Menschen kennen das Gefühl: Der Hosenbund spannt, der Bauch fühlt sich hart und geschwollen an und oft kommt noch ein unangenehmes Völlegefühl dazu.
Ein schmerzender Blähbauch sollte definitiv nicht den täglichen Allgemeinzustand darstellen. Im Folgenden erfährst du mögliche Ursachen und Wege, wie du einem Blähbauch aktiv entgegenwirken kannst.
Was ist ein Blähbauch überhaupt?
Ein Blähbauch entsteht, wenn sich übermäßig viel Luft oder Gase im Magen-Darm-Trakt ansammeln. Diese Luft und Gase gelangen entweder beim Essen, Trinken und Sprechen in den Verdauungstrakt oder entstehen beim Verdauen. Der Bauch wölbt sich sichtbar nach außen und fühlt sich unangenehm gespannt bzw. aufgebläht an. Blähungen können als einzelnes Symptom, aber auch mit anderen Symptomen wie Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung verbunden sein.
Achte auf folgende Punkte
Bewegung - die unterschätzte Waffe gegen Blähungen
Bewegung bringt Schwung in den Darm. Wenn du dich regelmäßig bewegst, unterstützt du die natürliche Darmbewegung, welche den Speisebrei weitertransportiert. Dies kann helfen, eingeschlossene Gase besser abzuleiten.
Lebensmittel, die Blähungen verursachen können
Die Ernährung spielt eine zentrale Rolle bei der Entstehung und der Vermeidung von Blähungen. Insbesondere Lebensmittel wie Kohlsorten (Rosenkohl, Weißkohl, Brokkoli, …), Zwiebeln und Knoblauch, Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen, Linsen) und große Mengen an Vollkorn, können zu Blähungen führen. Integriere die aufgezählten Lebensmittel zunächst in kleinen Mengen in deine Ernährung, um deren Verträglichkeit zu testen. Darüber hinaus kannst du individuell den Einsatz von Kümmelöl zur Linderung von Blähungen testen.
Erhöhe deine Ballaststoffaufnahme langsam
Ballaststoffe fördern die Verdauung. Die täglich verzehrte Menge sollte jedoch langsam gesteigert werden, da sehr große Mengen an Ballaststoffen kurzfristig zu Blähungen, Schmerzen im Magen-Darm-Trakt, Völlegefühl, oder (wenn zu wenig Flüssigkeit aufgenommen wird) Verstopfungen führen können.
Kohlensäurehaltige Getränke & Süßstoffe
Der Konsum von kohlensäurehaltigen Getränken führt dazu, dass zusätzlich Luft in den Verdauungstrakt gelangt. Durch die Fermentation von Süßstoffen wie Zuckeralkoholen (Sorbit, Mannit, Xylit, Erythrit) können Gase im Magen-Darm-Trakt entstehen. Zuckeralkohole sind beispielsweise in zuckerfreien Bonbons, Kaugummis, Süßigkeiten und Proteinriegeln zu finden. Kohlensäurehaltige Getränke sowie Zuckeralkohole sollten aus den genannten Gründen bei Blähungen zunächst gemieden werden.
Passe deine Essgewohnheiten an
Durch hastiges Essen oder Sprechen während des Essens, wird oftmals viel Luft geschluckt. Achte darauf, dir Zeit beim Essen zu nehmen und deine Mahlzeiten ausreichend zu kauen und einspeicheln.
Hormonelle Schwankungen können deinen Blähbauch beeinflussen
Viele Frauen kennen das Phänomen: Kurz vor oder während der Periode fühlt sich der Bauch oft besonders aufgebläht an. Der Grund liegt in den hormonellen Schwankungen. Auch während einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren können hormonelle Schwankungen zu vermehrten Blähungen führen.
Schließe Nahrungsmittelunverträglichkeiten aus
Vermehrte Blähungen, Schmerzen oder auch Veränderungen des Stuhlgangs können durch Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie beispielsweise einer Laktoseintoleranz oder einer Fructosemalabsorption resultieren. Um mögliche Nahrungsmittelunverträglichkeiten auszuschließen, können unter anderem Wasserstoff-Atemtests bei Fachpersonal wie z.B. einem Gastroenterologen durchgeführt werden. Blut- oder Haartestungen, die über das Internet bestellt werden können, sollten zur Diagnostik einer Nahrungsmittelunverträglichkeit nicht genutzt werden.
Liegt eine Nahrungsmittelunverträglichkeit vor, sollten gewisse Lebensmittelgruppen nicht per se gemieden, sondern Hilfe bei Fachpersonal wie einer Ökotrophologin / Ernährungswissenschaftlerin / Diätassistentin in Anspruch genommen werden, um das Ernährungsmuster anzupassen.
Wann zum Arzt?
Starke, anhaltende Blähungen, insbesondere in Kombination mit Blut im Stuhl, Gewichtsverlust, Erbrechen, Verstopfung oder Durchfall sollten von einem Arzt abgeklärt werden.
Fazit
Ein Blähbauch ist zwar unangenehm, aber in den meisten Fällen harmlos und gut behandelbar. Sollten die Symptome über einen längeren Zeitraum anhalten, obwohl du dein Bewegungs- und Ernährungsmuster bereits angepasst hast, solltest du Hilfe bei deinem Arzt und gegebenenfalls eine Ernährungstherapie in Anspruch nehmen.
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