Was viele nicht wissen: Trotz des enthaltenen „Vitamin“ im Namen, handelt es sich bei Vitamin D um kein Vitamin. Denn Vitamine sind lebensnotwendige Nährstoffe, die der Körper nicht selbst herstellen kann und deshalb über die Nahrung aufnehmen muss. Vitamin D hingegen, kann mithilfe von Sonnenlicht in der Haut produziert werden. Es handelt sich vielmehr um ein Prohormon (= Vorstufe eines Hormons), das im Körper weiter umgewandelt wird und hormonähnlich wirkt.
So entsteht Vitamin D im Körper
Die Vitamin D-Produktion verläuft in mehreren Schritten. Zunächst wird Vitamin D3 in der Haut mit Hilfe von UVB-Strahlen der Sonne gebildet. Das in der Haut gebildete Vitamin D3 wird daraufhin in der Leber in eine Speicherform überführt. In der Niere wird diese Speicherform anschließend in die aktive Hormonform umgewandelt.
Vitamin D wirkt im gesamten Körper
Die aktive Hormonform bindet in den Zellen an spezielle Vitamin D-Rezeptoren. Sie beeinflussen, welche Gene an- oder ausgeschaltet werden. Vitamin D kann hierdurch die Genaktivierung in mehreren hundert verschiedenen Körperfunktionen regulieren.
Knochenstoffwechsel und Calciumhaushalt: Vitamin D steigert die Aufnahme von Calcium und Phosphat aus dem Darm. Ein Vitamin D-Mangel fördert Rachitis bei Kindern und Osteoporose bei Erwachsenen.
Muskelfunktion: Vitamin D unterstützt die Muskelkraft. Ein Mangel kann mit Muskelschwäche und erhöhter Sturzgefahr im Alter verbunden sein.
Immunsystem: Vitamin D moduliert die zentralen Abwehrzellen des Immunsystems und hilft das Immunsystem in Balance zu halten.
Stimmung: Studien deuten darauf hin, dass ein niedriger Vitamin D-Spiegel mit Winterdepression und verminderter kognitiver Leistung assoziiert ist.
Vitamin D-Quellen
Die wichtigste Quelle stellt das Sonnenlicht, insbesondere der Kontakt mit UVB-Strahlen, dar. Über die Ernährung kann der Vitamin D-Bedarf in der Regel nicht gedeckt werden, da nur wenige Lebensmittel wie beispielsweise fetter Fisch (z.B. Hering, Lachs, Makrele) oder Eigelb nennenswerte Mengen beinhalten. Besonders im Winter oder bei geringer Sonneneinstrahlung (Büroalltag) kann eine individuelle Vitamin D-Ergänzung sinnvoll sein.
Risikogruppen einer Vitamin D-Unterversorgung
Zu den Risikogruppen zählen neben älteren Menschen insbesondere Menschen, die sich häufig in Innenräumen aufhalten, Schwangere, Stillende, Säuglinge, Adipöse, Menschen mit dunkler Hautfarbe, oder jene, die ihre Haut beispielsweise aus religiösen Gründen stark bedecken.
Fazit
Es handelt sich bei Vitamin D um kein gewöhnliches Vitamin, sondern um einen hormonähnlichen Regulator, der in nahezu jede Zelle des Körpers eingreifen kann. Insbesondere in den Jahreszeiten Herbst und Winter lohnt es sich den individuellen Status überprüfen zu lassen, um bei Bedarf zu supplementieren.
Quellen:
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