Wirkstoff

Safran – mehr als nur ein teures Gewürz

Publiziert am , von Seyit Ali Shobeiri
4 min Lesezeit
Safran – mehr als nur ein teures Gewürz

Das teuerste Gewürz der Welt

Safran (auch „rotes Gold“ genannt), wird aus den getrockneten Narben der Safran-Krokus Blüte gewonnen. Die Ernte und Verarbeitung sind sehr aufwendig. Zunächst werden die Blüten von Hand gepflückt. Nachdem die Blüten 0,5 bis 1 Tag lang an einem trockenen, Licht geschützten Ort bei einer Temperatur von 20-30 °C ausgebreitet wurden, werden die Narben manuell von der Blüte entfernt und getrocknet. 1.000 Blüten liefern etwa 25 g Narben, die nach dem Trocknen etwa 5 g Safran ergeben. Aufgrund dieser aufwendigen Ernte und Verarbeitung stellt Safran das teuerste Gewürz der Welt dar.

Die Geschichte des Safrans reicht 3.000-4.000 Jahre zurück und kommt sowohl in der griechisch-römischen, der ägyptischen als auch der persischen Kultur vor. Von Persien aus verbreitete sich Safran nach Indien und China. Die größten Safran-Produzenten der Welt sind derzeit Iran, Griechenland, Marokko, Spanien und Indien.

Safran bei Depressionen?!

In der traditionellen persischen Medizin wird Safran gegen Depressionen eingesetzt. Vier randomisierte, kontrollierte klinische Studien am Menschen unterstützen diese Anwendung.

Safran bei Beschwerden des Magen-Darm-Trakts

Mehrere Studien haben die Wirksamkeit gewisser Safran-Bestandteilen (z.B. Crocin) bei verschiedenen Störungen des Verdauungstraktes wie dem Reizdarmsyndrom, entzündlichen Darmerkrankungen, Gastritis (Magenschleimhautentzündung) und Magengeschwüren nachgewiesen.

Das Reizdarmsyndrom kann mit einer leichten Entzündung der Darmschleimhaut einhergehen. Die in Safran enthaltenen antioxidativ und entzündlich regulierend wirkenden sekundären Pflanzenstoffe können nach Studien Aussagen sowohl die Entzündungsreaktionen als auch die damit einhergehenden Darm-Symptome von Patienten mit Reizdarmsyndrom lindern.

Viele Fälle von Reizdarmsyndrom sind eher psychischer Natur und werden hauptsächlich durch Angstzustände und Depressionen ausgelöst. Auch diesbezüglich könnte Safran aufgrund der antidepressiven Eigenschaften von Nutzen sein. Eine Studie verglich die Wirksamkeit von Safran-Extrakt und Fluoxetin (Antidepressivum) bei der Verbesserung der Lebensqualität von Reizdarmsyndrom-Patienten. Die Ergebnisse dieser Studie zeigten keinen signifikanten Unterschied zwischen Safran und Fluoxetin hinsichtlich der Verbesserung der Lebensqualität sowie der Verringerung von Depressionen und Angstzuständen. Auch in einer weiteren Studie, welche die Wirksamkeit von Fluoxetin und Safran in der Behandlung von Personen mit leichten bis mittelschweren Depressionen untersuchte, erwies sich Safran ähnlich wirksam wie Fluoxetin.

Safran in den Wechseljahren

Eine Studie untersuchte die Wirksamkeit und Sicherheit von Safran bei der Behandlung von schweren depressiven Störungen im Zusammenhang mit postmenopausalen Hitzewallungen. Die Ergebnisse dieser Studie zeigten, dass Safran eine sichere und wirksame (pflanzliche) Behandlungsform (mit weniger Nebenwirkungen) zur Verbesserung von Hitzewallungen und depressiven Symptomen bei postmenopausalen Frauen darstellt.

Darf Safran in der Schwangerschaft eingenommen werden?

In der Schwangerschaft sollte auf die Einnahme von Safran-Extrakten verzichtet werden, da Safran die Embryonalentwicklung beeinträchtigen könnte. 

Fazit

Safran kann nicht nur als Gewürz, sondern auch in der adjuvanten Therapie einiger Erkrankungen eingesetzt werden. Um die Wirkmechanismen besser zu verstehen, sollten weitere Studien am Menschen durchgeführt werden.

Quellen:

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Ashktorab H, Soleimani A, Singh G, Amin A, Tabtabaei S, Latella G, Stein U, Akhondzadeh S, Solanki N, Gondré-Lewis MC, Habtezion A, Brim H (2019): Saffron: The Golden Spice with Therapeutic Properties on Digestive Diseases. Nutrients; 11(5):943

Kashani L, Esalatmanesh S, Eftekhari F, Salimi S, Foroughifar T, Etesam F, Safiaghdam H, Moazen-Zadeh E, Akhondzadeh S (2018): Efficacy of Crocus sativus (saffron) in treatment of major depressive disorder associated with postmenopausal hot flashes: a doubleblind, randomized, placebocontrolled trial. Archives of Gynecology and Obstetrics, Springer-Verlag

Noorbala AA, Akhondzadeh S, Tahmacebi-Pour N, Jamshidi AH (2005): Hydro-alcoholic extract of Crocus sativus L. versus fluoxetine in the treatment of mild to moderate depression: a double-blind, randomized pilot trial. Journal of Ethnopharmacology, 97:281-284, Elsevier

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