Was sind Mitochondrien?
Mitochondrien sind unsere „Kraftwerke der Zellen“. Sie produzieren (in der sogenannten Atmungskette) Energie, die für sämtliche körperliche Prozesse und somit das Leben benötigt wird. Fast jede Zelle enthält einige hundert bis mehrere tausend Mitochondrien. Wie viele Mitochondrien sie enthalten, hängt davon ab, wie viel Energie die jeweilige Zelle benötigt.
In welchen Zellen sind die meisten Mitochondrien zu finden?
Zellen des Herzens bzw. der Muskulatur im Allgemeinen und Nervenzellen enthalten (im Vergleich zu manch anderen Zellen) auf Grund des erhöhten Energieverbrauchs eine größere Menge an Mitochondrien. Eizellen enthalten bis zu 100.000 Mitochondrien pro Zelle.
Was passiert, wenn die Mitochondrien nicht mehr richtig arbeiten?
Funktioniert die Atmungskette nicht mehr, wie sie eigentlich sollte, da eine mitochondriale Erkrankung vorliegt, wird zu wenig Energie produziert. Diese Funktionsstörungen führen nicht selten zu erheblichen Einbußen der Lebensqualität. Zusammengefasst werden diese Funktionsstörungen unter dem Begriff „Mitochondriopathien“.
Mitochondriopathien können zum einen genetisch veranlagt sein, wodurch sich bereits in der Kindheit Symptome zeigen oder aber im Laufe des Lebens erworben werden. Erworbene Mitochondriopathien können durch äußere Einflüsse wie chronischem Stress, Toxine, Bewegungsmangel, einer ungesunden Ernährung, oxidativen und nitrosativen Stress (Rauchen, Alkohol, Strahlung, …) entstehen. Sie führen zu einer Schädigung der Mitochondrien.
Übrigens: Mit zunehmendem Alter nimmt die Leistung der Mitochondrien natürlicherweise ab.
Mögliche Folgen von Mitochondriopathien
Mitochondriale Funktionsstörungen können zu verschiedensten Erkrankungen führen. Im Folgenden werden einige aufgelistet:
- neurologische Erkrankungen (Parkinson, Alzheimer, Multiple Sklerose, …)
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen, …)
- Stoffwechselstörungen (Diabetes mellitus Typ 2, Metabolisches Syndrom)
- Muskelerkrankungen (Kraftverlust und Muskelschwäche)
- Störungen des Immunsystems (Autoimmunerkrankungen, chronische Entzündungen)
- Fatigue Syndrom (chronische Erschöpfung und Müdigkeit)
- Störungen der Fruchtbarkeit (Unfruchtbarkeit, Schwangerschaftskomplikationen)
Nährstoffe für die Energiegewinnung
Für eine reibungslose Energiegewinnung sind unter anderem folgende Nährstoffe entscheidend:
- B-Vitamine
- Coenzym Q10
- Magnesium
- Eisen
- Selen
- Zink
- Vitamin D
- Alpha-Liponsäure
- L-Carnitin
Quellen:
Mantle D, Hargreaves IP (2022): Mitochondrial Dysfunction and Neurodegenerative Disorders: Role of Nutritional Supplementation. Int J Mol Sci, 23(20):12603
Fila M, Chojnacki C, Chojnacki J, Blasiak J (2021): Nutrients to Improve Mitochondrial Function to Reduce Brain Energy Deficit and Oxidative Stress in Migraine. Nutrients, 13(12):4433
Schütz B, Hoos C (2022): Mitochondrien – Impulsgeber für eine bessere Therapie. In: OM & Ernährung, SH24